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  Das Mönchsleben
 
 






Mönche im Wat Khung Taphao, Uttaradit
Tevaprapas Makklay

Mönch sein - das Leben eines Mönchs

Siehe auch:   www.songkran.eu/Ordination_- M.oe.nch-werden

www.songkran.eu/M.oe.nchsordination


Mönch sein - das Leben eines Mönch 

Dieser Beitrag soll Ihnen einen kleinen Einblick in das Leben der Mönche in den ländlichen Gebieten Thailands ermöglichen. Will man tiefer in die Kultur und den Charakter der Thailänder eindringen, ist es notwendig, sich mit ihrer Religion zu befassen. Der Buddhismus wird in den ländlichen Gebieten am meisten gepflegt. Da immerhin fast 65% der Bevölkerung auf dem Land lebt, sollten wir uns auch in diesem Gebiet aufhalten. Noch heute weigern sich einige Familien, das ihre Tochter mit einem Mann verheiratet wird, der nicht wenigstens 3 Monate Mönche gewesen war.

Der thailändische Buddhismus gehört zur sogenannten südlichen Schule, dem Hinayana-Buddhismus, dem auch die meisten Nachbarstaaten, ausser Vietnam, angehören. Das Gegenstück zum Hinayana-Buddhismus, der z.B. in China, Japan und Vietnam gepflegt wird. Noch immer wird der Buddhismus zum Teil falsch interpretiert. Der Buddhismus ist keine Religion im eigentlichen Sinn des Wortes, sondern eher eine ethische Gesinnung und Philosophie. Dabei betet der Buddhist keinen Gott an, sondern strebt den Weg Buddhas an, um nach den Regeln des Buddhismus zu leben, und dafür später eine Erlösung zu erlangen, die ihm der Wiedergeburt anrechnet wird.

Der Wohnort - der Wat

Der Buddhismus wird in den vielen Klöstern, den Wats, von den Mönchen gepflegt und weitergegeben. Solch ein Wat ist in zwei Hauptbezirke unterteilt: der Wohnbereich der Mönche und der religiöse Bereich mit seinen Kultbauten. Den Wohnbereich bezeichnet man als Sangha, er kann je nach Grösse des Klosters, aus einem oder mehreren Gebäuden bestehen. Ausser der Wohnung des Abtes, dem Oberhaupt des Wat, sind alle Wohnungen schmucklos. Wer Abt werden möchte, muss wenigstens zehn Jahre Mönch gewesen sein und sich dadurch Ansehen und Recht erworben haben. Er muss sich mit allen religiösen Angelegenheiten auskennen und zusätzlich Kenntnisse der Traditionen in seiner Gemeinde haben. Seine Ernennung erfolgt durch einen Ältestenrat.




Wat Mahathat, Phitsanulok
Werner Dackweiler


Die jüngsten Mönche (Bikkhu) leben zumeist in Gemeinschaftsunterkünften, ältere Mönche haben meist ein eigenes Zimmer, das oftmals auch als Meditationszelle (Kuti) bezeichnet wird. Die Halle Sala) im Wohnbereich dient zugleich als Speiseraum, als Gebetshalle und als Unterrichtsraum, wo der Mönchslehrer die Tempeljungen Lesen und Schreiben lehrt. Hier befindet sich auch eine Küche. Manche Wats sind manchmal so klein, dass sie nur über ein einzige Häusergruppe verfügen.


'Kuti', Wat Plong Ploy, Bangna, Bangkok
Werner Dackweiler


Bis zu Beginn dieses Jahrhunderts hatte die Sangha noch grösserer Bedeutung als heute. Früher waren die Klöster Schulen, Krankenhaus, Altenheim und religiöses Zentrum in einem. Nach der Modernisierung des Staates blieb nur noch die religiöse Funktion der Sangha erhalten, auch wenn selbst heute noch vielen grösseren Klöstern Schulen angegliedert sind, die eine nicht geringe Schülerzahl unterrichten. Dazu kommen zwei bedeutende buddhistische Universitäten in Bangkok.


Buddhistische Klosterschüler Bangkok
Werner Dackweiler 2011


Der Bot ist das heiligste Gebäude im Wat und gehört zum religiösen Bereich. Dort werden vor allem die Ordinationen abgehalten. Im Viharn thront die heiligste Buddha-Figur des Klosters. Der Viharn ist meistens ein hallenförmiges Gebäude, das den Mönchen und Laien als Stätte der Andacht und der Opferungen dient. In manchen (ärmeren) Klöstern kann der Viharn jedoch ganz fehlen und in manchen (reicheren) Klöstern gibt es sogar mehrere. Hier befinden sich auch ein Glocken- und ein Trommelraum. Glocke und Trommel werden dazu verwendet, um die Mönche oder die Gemeinde zu den Andachten oder anderen Gelegenheiten zusammenzurufen.




Wat Mahathat, Phitsanulok
Werner Dackweiler 2012


Bot und Viharn haben typische Merkmale aufzuweisen: Beide Gebäude sollen zu einer Wasserstelle ausgerichtet sein, weil nach der Legende der historische Buddha unter einem Bodhi-Baum die Erkenntnisse fand und dieser Baum an einem Wasserlauf stand. Ist kein Wasserlauf vorhanden, dann bauen die Mönche als Ersatz einen Brunnen. Findet man jedoch auch kein Wasser im Brunnen, was insbesondere im Nordosten vorkommen kann, so sollen die Gebäude zumindest in Richtung Sonnenaufgang weisen. Zudem muss die Zahl der Fenster eines Bot immer ungerade sein, während diese Regel für den Viharn nicht eingehalten werden muss.

Fast jedes Dorf verfügt über einen Wat. Der Bau eines Klosters gilt als höchst verdienstvoll. Derjenige, der nichts spenden kann, hilft beim Bau mit. Natürlich fragt man sich als beobachtender Farang, warum die Thais mehr Zeit investieren neue Wats zu bauen, statt mehr alte und ältere zu renovieren. Bei der Bevölkerung besteht der Glaube, dass der Verdienst für die Renovierung eines Wat dem ursprünglichen Erbauer zugute kommt. Um jedoch einen höheren Verdienst für sich selber zu erlangen, unterstütz man lieber den Bau eines neues Wat oder neuen Gebäudes.


Unterhalt für einen Wat

Die meist einzige und wichtigste Einnahmequelle für die Mönche und ihren Wat sind die Spenden der gläubigen Laien. Doch oft reichen die Spendengelder alleine nicht aus, die die Gläubigen in einem Wat mitbringen, um den Unterhalt für ein Wat (Kloster) betreiten zu können. So manche aufgestellte Geldbox in einem Wat, ist nicht immer gut gefüllt. Deshalb sind verschiedene religiöse Zeremonien wie z.B. die Einladungen für eine Haus- oder Geschäftseinweihung, nicht nur ein Aufgabenbereich von Mönchen, sondern auch eine wichtige Einnahmequelle für den jeweilgen Wat. Bei diesen Anlässen werden Palitexte rezitiert, die positive Eigenschaften auf die Betenden und die geweihten Häuser oder Geschäfte übertragen sollen. Gerade bei Häusersegnungen sollen auch die Hausgeister besänftig werden. Weitere Anlässe sind u.a. Hochzeiten, Geburten, Totenfeiern, Verbrennungen oder Gedenken an Verstorbene, aber manchmal sogar auch astrologische Kunde. Manche Gläubige vererben nach ihrem Tod z.B. dem nahe liegenden Wat Immobilien. Das können frei Grundstücke, Reisfelder oder auch Gebäude mit Land sein. Dadurch kann der Wat sein Areal entweder vergrössern oder z.B. das geerbte Land weiter verpachten, um aus den Einkünften für den Unterhalt des Wat aufzukommen.


Einfluss eines Wat

Dorfklöster sind nicht nur religiöse Zentren, sondern auch kostenlose Herberge für die Alten, Waisen und Reisenden. Zudem stellen sie noch immer eine Alternative zum öffentlichen Schulsystem dar. Viele Bauernsöhne bleiben Mönch, um nach der 6 jährigen Grundschulzeit eine weiterführende Bildung zu erhalten. Auch wissen die Klöster am besten, welche sozialen Probleme in der landwirtschaftlichen Entwicklung auftauchen können. Die Klöster haben heute noch grossen Einfluss auf das Dorfleben, sei es, schlechten Dorfklatsch aus der Welt zu räumen, oder nur Dorfangelegenheiten mitzuregeln.

 

Das Leben als Mönch

Die Allgemeine Bezeichnung für eine Mönch ist Phra, dies bedeutet = ehrwürdig, gesegnet, fromm. Zunächst kommt Titel Phra und dann der Name des Mönch. Es gibt aber auch unterschiedliche respektvolle Bezeichnungen für einen Mönch, die davon anhängig gemacht werden, wann jemand in einem Mönchsorden eingetreten war, wie alt ein Mönch ist und wie lange jemand Mönch ist. Am respektvollsten werden die älteren Mönche begrüßt, die schon viele Jahre oder ihr ganzes Leben Mönch sind.

- Einen jungen Mönche bezeichnet man als LUANG PHI - หลวงพ
- Ein Mönch mittleren Alters bezeichnet man als LUANG PHO - หลวงพ่อ
- Ein älterer und berühmter Mönch bezeichnet man mit LUANG PU - หลวงปู

Ein Mönch, der erst im späten Alter Mönch wurde, bezeichnet man als LUANG TA -หลวงตา ; dies ist aber weniger respektvoll als Luang Pho ist
Ein Mann, der für 10 Jahre Mönch wird, nennt man LUANG THERA - หลวงเถระ



Mönchsordination, Hua Hin
Werner Dackweiler



Nach der Ordination - das Leben als Mönch

Nach der Ordination ist ein junger Mann jetzt Mönch geworden und muss sich nun anderen Regeln unterwerfen. Er muss insbesondere eine innere Ruhe finden und lernen unterwürfig sein zu können. Bescheidenheit und Zurückhaltung sind die zu erlernenden Tugenden. Nach der Ordination kann der junge Mönch auf Wunsch im Wat bleiben, in dem er ordiniert wurde, oder er hat auch die Möglichkeit, in einem anderen Wat aufgenommen zu werden. Gewöhnlich bleiben die Mönche, die längere Zeit in einem Wat verbleiben möchten, in der Nähe ihres Wohnortes oder Geburtsstätte. Den meisten ist der Wat am Wohnort auch vertrauter. Mancher der jungen Männer war schon in seiner Kindheit für kurze Zeit Novize. Als Mönch hat er nicht nur die Ordensregeln und die buddhistischen Regeln zu erlernen, sondern muss vorwiegend Verdienste erwerben. In den ersten Tagen muss sich der junge Mönch erst einmal in seiner vertrauten und doch neuen Umgebung einrichten. Dabei helfen ihm natürlich die älteren Mönche, wobei mit älteren Mönche diejenigen gemeint sind, die beschlossen haben für immer im Wat zu leben, und nicht, dass es sich nur um alte Mönche handelt.



Das Haarescheren vor der Ordination, Phuket
Foto: Copyright www.mike-thai.com



Die angehenden Novinzen treten vor die Mönchsgemeinschaft und den Abt, Phuket
Foto: Copyright www.mike-thai.com

Spätestens am zweiten Tag, nach der Ordination, muss ein Mönch ausziehen, um Almosen zu empfangen. Es ist seine Pflicht, dies zu tun. Die Thailänder bezeichnen diese Tätigkeit als Prot Sat, wörtlich übersetzt: "Barmherzigkeit den Kreaturen erweisen". Die Gläubigen (Kreaturen) haben durch die Abgabe von Essen und Geschenken die Möglichkeit, Verdienst zu erwerben. Der Mönch nimmt die Rolle eines Priesters an, der durch die Annahme der Almosen diesen verdienst ermöglichst. So muss der Spender bei dem Mönch seinen Dank mit einem Wai aussprechen, dass er seine Gaben annimmt und nicht umgekehrt muss sich der Mönch bedanken. So erhalten die Mönche den grössten Teil ihres Essens nur durch diese Almosen, den sie dann gemeinsam im Wat gemeinsam verspeisen.




" Almosenschalen " der Mönche, Phitsanulok
Werner Dackweiler 2012


Der Tag eines Mönch

Der Tagesablauf eines Mönches ist von vier Dingen bestimmt: Almosen sammeln, Meditation, Gebete und Studium der buddhistischen Schriften.

Die Mönche stehen in der Regel bereits gegen vier Uhr morgens auf. Geweckt wird die Mönchsgemeinde durch das regelmässige Anschlagen einer Glocke im Wat. Durch das Glockengeräusch werden nicht nur die Mönche geweckt, sondern auch die umliegenden Bewohner. Die Gläubigen haben dann etwa drei Stunden Zeit, bevor die Mönche an bestimmten Stellen stehen werden, um die Speisen zu empfangen. Der Reis, die Hauptspeise, muss dabei immer frisch gekocht sein, damit man Verdienste erwirbt. Dabei werden meistens bessere Speisen gespendet als man selber isst.

Nach dem Aufstehen erfolgt die Morgentoilette und das Waschen am Kanal oder im Waschraum. Danach sieht man die Mönche innerhalb des Wat-Breiches. Sie tragen ihre Roben so, dass ihre rechte Schulter frei bleibt. Wenn sie den Wat verlassen, sind die Schultern immer bedeckt. Nun erfolgt das Studieren der Tripitakka, den heiligen Schriften des Theravada-Buddhismus und das Lesen und Erlernen der Lehrreden Buddhas, den Sutras. Diese Übungen dienen auch dazu, die buddhistischen Texte auswendig zu lernen. Das Rezitieren solcher Texte erfolgt meistens gemeinsam.


Foto: Trevaprapas


Anschliessend erfolgt der Weg der morgentlichen Almosensammlung. Auf dem Land gehen die Mönche hintereinander zu einem bestimmten Platz, wobei der rangshöchste Mönch vorne geht und der jüngst ordinierte Mönch ganz hinten. Die Mönche, deren Wat am Kanal nur schwer zu erreichen ist, kommen mit einem Boot, meistens mit zwei Mönchen besetzt, zu den am Kanal liegenden Häusern. In einer Metropole wie Bangkok ist dies kaum möglich, so dass die Mönche sich trennen, und einzeln losgehen, um Almosen einzusammeln, und sich dann wieder vereinen, um gemeinsam zum Wat zurückzukehren. Mönche, die z.B. wegen Krankheit nicht mitgehen können, lassen sich meist durch einen Tempeljungen vertreten.

Die Spender dürfen, als Zeichen des Respekts, bei der Übergabe der Spenden keine Fussbekleidung tragen. Gemäss den buddhistischen Regeln darf ein Mönch keine Speisen oder andere gaben nehmen, wenn sie nicht von jemanden überreicht oder angeboten werden. Wer, im seltensten Falle, sich gegen die Regeln benimmt und keinen Respekt zeigt, dem kann durchaus sie Annahme seiner Spende verweigert werden. Mit einem Wai bedankt sich der Spender beim Mönch. Der Spender sollte auch nicht den Kopf eines Mönches überragen, sondern möglichst sich bei ihm mit einem Wai tiefer verbeugen. Dies ist eine Geste der Achtung. Für einen Thai ist der Kopf mit seiner Persönlichkeit identisch und damit tabu.

Wer seinen Kopf berührt, so der Glaube, schwächt sein Glück und seine Gesundheit. Zudem kann es eine Beleidigung sein; ausser in der Verwandtschaft oder engen Freundeskreis. Frauen dürfen den Mönch nicht berühren. Reis kann mit einem Löffel noch einfach im Almosengefäß der Mönche gegeben werden, ohne dieses zu berühren, aber andere Gaben dürfen sie nicht direkt übergeben, sondern legen diese auf ein Tuch, was entweder ihnen der Mönch bereitlegt oder haben die Gaben selber auf ein Tuch oder Tablett gelegt, wo es der Mönch entnehmen kann. Für einen Mönch stellt es eine Sünde dar, während seines Zölibats willentlich oder unwillentlich den Körper einer Frau zu berühren. Und dieses Verbot erstreckt sich auch auf Frauen. Nach der morgentlichen Rückkehr zum Wat nehmen die Mönche gemeinsam das Essen ein.

Bis zur Mittagszeit können viele Aufgaben wahrgenommen werden. Sei es das Auswendig lernen buddhistischer Schriften, der Empfang von Gläubigen oder Unterweisungen von älteren Mönchen. Die Nachmittage dienen der Selbstfindung und einem zeitlichen Freiraum. Dabei vermeiden die Gläubigen meistens, einen Mönch ohne vorherige Absprache zu besuchen. Einige Mönche schlafen aber auch, andere studieren weiter die buddhistischen Schriften, einige meditieren oder erledigen Aufgaben, die zum Erhalt des Wats notwendig sind. Gegen Mittag nehme dann die Mönche ihre zweite Mahlzeit ein, welche auch die letzte Mahlzeit des Tages ist. Um etwa 16.00 Uhr ist dann das letzte Abendgebet.


Nach drei Monaten (oder längerer Zeit) verlassen die meisten Mönche das Kloster wieder. Diejenigen, die einige Jahre im Kloster gelebt haben und zudem vielleicht eine Art Berufsausbildung machen konnten, haben es auf dem Land leichter, für ihren Lebensunterhalt aufzukommen. Die meisten jedoch versuchen eine weiterführende Schule aufzusuchen oder sogar zu studieren, und wer sich solch eine Ausbildung nicht leisten kann, versucht sich als Landarbeiter.


Votivtafel, Ayutthaya-Periode


Die Tempeljungen

Im Thai werden die Tempeljungen als auch dek wat bezeichnet. Der dek wat ist im Grunde ein Knabe von mindestens acht oder neun Jahren, der dem Mönch Arbeiten abnimmt. Als Gegenleistung bekommt er Religionsunterricht und wird im Lesen und Schreiben unterwiesen. Da sich viele Eltern in den ärmeren Regionen trotz Schulpflicht eine Schule kaum leisten können, werden viele Tempeljungen in den Klöstern aufgenommen. Der Mönchslehrer übernimmt dabei die Rolle des Lehrers und des Erziehers. Deshalb nennen die Tempeljungen ihren Mönchslehrer auch Luang Pho oder Luang Pu, was ehrwürdiger Vater oder ehrwürdiger Grossvater bedeutet.


Tempeljungen
Tevaprapas Makklay


Bevor jedoch der Tempeljunge Schüler werden kann, muss er sich einer kurzen Zeremonie unterwerfen. Er muss vorher Buddha und dem Mönch huldigen, um als Schüler aufgenommen zu werden. Danach übergibt der Tempeljunge dem Mönchslehrer ein Tablett mit einer Kerze, einem Räucherstäbchen und Blumen. Der Mönch nimmt es entgegen und stellt das Tablett auf den Altar. Nun ist der Tempeljunge als Schüler angenommen. Dieses Ritual findet nur an einem Donnerstag statt, dem "Tag des Lehrers"; Wan Khru. Auch in Schulen und Universitäten gibt es einen Wan Khru. Dieser findet am ersten Donnerstag des ersten Semesters im Jahr statt.

Der Tempeljunge hat die Möglichkeit im Wat zu wohnen, oder, wenn seine Eltern oder Verwandten nicht so weit wohnen. Jeden Abend zu einer Familie zu gehen. Den Tempeljungen wird, wegen ihres geringen Alters, viele Freiheiten gelassen. Die Aufgaben eines Tempeljungen sind zum Beispiel die Wohnungen fegen, das Geschirr zu spülen, das Essen vorzubereiten oder auch, sofern vorhanden, den Garten zu pflegen. Die Tempeljungen dürfen erst dann essen, wenn die Mönche mit ihrem Essen fertig sind; wobei auch hier oft ein Auge zugedrückt wird. Sie leben meistens nur wenige Wochen oder Monate im Wat, und können somit auch nur wenig lernen.

Tevaprapas Makklay

Im Wandel der Zeit

Im Wandel der Zeit ändert sich auch das Leben der Mönche. Neben den acht ursprünglichen Requisiten eines Mönches: die Almosenschale, den herkömmliche Rock, das Übergewand, das Schultertuch, den Gürtel, das Rasiermesser, die Nadel und den Wasserfilter, hat man auch zugelassen, das man Toilettenartikel wie moderne Rasierklingen, aber auch Bücher, Brillen und Sandalen haben darf. Im modernen Kommunikationszeitalter ist der Gebrauch von Handy, Computer und Internetanschluss ganz normal. Viele Wats pflegen ihre eigene Internetseite und werben für ihren Wat und die buddhistische Lehre.


Mönchstum in der Gesellschaft & Wandel

Thais, die mehr auf Drängen der Familie Mönch werden, oder deshalb Mönch werden, um einem Scheidungsverfahren zu oder ähnlichen Gründen zu entgehen, als aus Überzeugung, wandeln das Bild des Mönchstums schon seid Generationen, und nicht erst seid jüngster Zeit. Durchaus sieht man auch rauchende Mönche oder Mönche mit einem MP3-Player im Ohr. Die meisten Mönche und Klöster unterstützen mit den Spendengeldern auch viele verschiedene soziale Projekte, jedoch gibt es auch immer wieder vereinzelte Vorkommnisse, die auch in der thailändischen Gesellschaft nicht mehr toleriert, sondern öffentlich kritisiert werden. Bei solchen negativen Vorfällen verstoßen Mönche elementare Mönchsregeln, wie u.a. Wahrsagerei, Völlerei, keine sexuelle Enthaltsamkeit, Lotterieverkauf, Alkoholgenuss oder sogar Veruntreuung von Spendengeldern. In der Regel müssen solche Mönche ihre Mönchsrobe ablegen. Auch manche unnötige Prunkbauten und Anschaffungen werden nicht von jedem Gläubigen toleriert. Die Zunahme von Verkaufsständen mit religiösen Artikeln wird jedoch weiterhin toleriert, wobei ja keiner gezwingen wird, etwas zu kaufen

Von der Sozialordnung her, stehen die Mönche zwar an oberster Stelle, jedoch wird das Ansehen von Mönchen oder eines Mönch von vielen Thais eher schon differenzierter gesehen. In erster Linie wird das Amt und das Ansehen eines Mönchs respektiert und verehrt, nicht aber unbedingt immer auch der Träger der Mönchsrobe. Mönche aber, die einen guten Lebenswandel führen und guten Ruf haben, und vielleicht sogar über besondere Fähigkeiten verfügen, besitzen ein hohes bis sehr hohes Ansehen bei den gläubigen Buddhisten. Dies erklärt auch, warum solche Klöster häufiger besucht werden, wo solch ein angesehener Mönch ansässig ist oder verstarb. In der Regel bezeichnet man solch einen berühmten Mönch als Luang Pu, aber auch mancher Luang Pho wird hoch verehrt.


Amulette, Armbänder, Bildnisse und Medaillen

Amulette und Armbänder, die von einem Luang Pu oder Luang Pho geweiht werden, sollen über besondere positive Eigenschaften für den Träger oder die Trägerin verfügen, und werden deshalb gerne gekauft, getragen oder an einem Buddha-Altar gehängt. Auch Bildnisse und Medaillen von einem berühmten Luang Pu oder Luang Pho, sowie Bildnisse von ihnen oder dem Klöster, wo solch ein Mönch ansässig ist oder war oder verstarb, werden ebenso gerne gekauft und verehrt. In vielen solcher bekannten Klöstern sieht man deshalb Stände mit Amuletten, Armbändern, Bildern und Medaillen, deren Erlös dem Kloster (Wat) zugute kommt.

Bekant ist auch Sai Sin, die heilige/gesegnete weiße Schnur, die für verschiedene buddhistische Zeremonien verwendet wird und praktisch die geistige Verbindung der anwenden Mönchen mit der Schnur symbolisiert. Nach solch einer Zeremonie ist die Schnur spirituell aufgeladen. Kann man u.a. beobachten bei Haus- oder Geschäftseinweihung, Hochzeit, Tempeleinweihung. Solch eine von Mönchen gesegnete Schnur wird oft nach der Zeremonie zerschnitten und wird dann als Glücksschnur/Glücksarmband von einem Mönch um das Handgelenk gewickelt. Aber auch zu anderen Anlässen bringen Mönche solche Sai Sin-Armbänder mit, die es auch in farbigen Ausführungen gibt. Dabei wird solch ein Armband persönlich von einem Mönch, mit einem Segnungsspruch versehen, ans Handgelenk angebracht, ohne das der Mönch eine Spende erwartet. Dem Träger soll es im allgemeinen Glück/Schutz (auch Schutz vor bösen Geistern) bringen, und man soll es solange tragen, bis es von selber abfällt. Die möglichen Auslegungen sind vielschichtig. Der mögliche Betrug mit Glücksbändern kann übrigens nie ausgeschlossen werden, wenn behauptet wird, das ein berühmter Mönch das Armband persönlich gesegnet/geweiht wurde. Dazu gehören die sogeannten 9 Tage-und-9-Nächte geweihten Glücksarmbänder, die zu Tausenden angeboten werden. Bei solchen Massenproduktionen gibt es natürlich auch Schwarze Schafe.

 
Buddhistische Amulette
Werner Dackweiler


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