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Buddha im Phra Pathom Chedi,  Nakom Pathom
Foto Werner Dackweiler 2012
 

Thambun - Etwas Gutes machen

Wer sich mit Thailand beschäftigt, mit einem thailändischen Ehepartner verheiratet ist oder als Farang in Thailand lebt, hört regelmäßig den Begriff tham bun, und der eine oder andere hat sicherlich schon seine eigene individuelle Erfahrung damit gemacht. Tham bun bedeutet frei übersetzt "Gutes machen" und ist auch ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens, um Verdienste zu erwerben. Es gehört seit Kindesbeinen zur thailändischen Lebensart, im Leben möglichst viele solcher Verdienste erwerben zu wollen. Mit tham bun verbindet man auch die positiven Eigenschaften wie Freigiebigkeit, Freundlichkeit, Mitgefühl, Geduld und Besonnenheit. Die Bereitschaft, etwas freigiebig mit reinem Herzen und mit guten Gedanken zu geben, ist tham bun, denn nach der buddhistischen Lehre Buddhas, soll jeder Mensch mehr geben als nehmen, wobei das geben eine freiwillige Gabe jeder Art sein kann.

Dementsprechend ist es in Thailand auch üblich, großzügige gute Taten in Form von Spenden oder persönlichen Einsätzen öffentlich bekannt zu gemacht, damit jeder die Möglichkeit erhält, sich neidlos über diese gute Tat mitzufreuen, denn auch das neidlose Mitfreuen über eine gute Tat kann ein Verdienst sein. So sieht man u.a. an manchen Waisenhäusern, Schulen und auch an einem Wat ein aufgestelltes Schild, worauf der/die Spender öffentlich bekannt gemacht werden. Man sagt aber auch, wer neidvoll ist oder etwas eher lustlos gibt oder macht, der bekommt weniger Verdienst.




Antikes buddhistisch-thailändisches Amulett


Religiöser Hintergrund

Tham bun hat auch tiefe religiöse Hintergründe in Thailand, wobei sicherlich der Aspekt zu berücksichtigen ist, das jeder Mensch in jeder Religion auch seine eigenen Ansichten dazu hat. Im Grunde erhofft sich jeder Einzelnen, das durch sein tham bun das eigenes Leben ruhig und sorgenfrei bleibt. Wenn jemand im jetzigen Leben Leid oder Negatives erlebt, könnten die Ursachen in der Vergangenheit, in einem früheren Leben liegen. Daher hilft hier die Ausübung von tham bun, um Positives zu verstärken und Negatives abzubauen.

Als Karma bezeichnet man auch als das Zusammenspiel von dem, was man im Leben macht und welche Auswirkung das für einen selber und jeden Einzelnen haben kann. So liegt es an jedem Einzelnen, sein Leben entsprechend zu gestalten. Es können Verdienste deshalb nicht nur erworben werden, sondern man glaubt auch, das man seine Verdienste im Leben ansammeln kann, um das eigene Karma zu beeinflussen.

Auch ist tham bun auch ein wichtiger Bestandteil des Wiedergeburtsgedanken. Da alle Taten im Leben auch Auswirkungen im nächsten Leben haben können, sollte man sich bemühen, jede Gelegenheit zum tham bun zu nutzen. Denn man ist davon überzeugt, das derjenige, der im Leben viel Gutes getan bzw. viele Verdienste erworben hat, auch als Mensch wiedergeboren werden kann. Wer aber weniger Gutes getan hat bzw. zu wenige Verdienste erworben hat, kann auch als Tier oder Insekt wiedergeboren werden.

Einige Beispiele für tham bun:

Besonders das Verabreichen von Geldspenden, ist sehr beliebt bei den Thais, um Verdienste zu erwerben. Man unterstützt nicht nur sehr häufig einen Wat und religiöse Projekte wie der Neubau oder Reparatur eines Wat, sondern auch inländische Hilfsorganisationen und Hilfsprojekte, Schulen, Waisenhäuser und hilfsbedürftige Menschen. Hier einige Beispiele für tham bun:

  • Tham bun ist es, regelmäßig zu beten und Buddha zu ehren.
  • Tham bun ist es, den Mönchen jeden Tag Speisen zu geben.
  • Tham bun ist es, einen Wat mit Sach- und Geldspenden zu unterstützen.
  • Tham bun ist es, Waisenhäuser, Schulen und andere Einrichtungen zu unterstützen.
  • Tham bun ist es, hilfsbedürftige Menschen zu helfen.
  • Tham bun ist es, jemanden einen Gefallen zu tun, welcher Art auch immer.
  • Tham bun ist es, jemanden in schwierigen Situationen beizustehen.
  • Tham bun ist es, jemanden zu verzeihen und zu helfen.
  • Tham bun ist es, nicht gleichgültig gegenüber dem Leid anderer zu sein.

Copyright:   Wilfried Stevens



 

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